Pressemitteilung zur Demo für mehr Wagenplätze (27 März 2018)

Pressemitteilung zur Demonstration für mehr Wagenplätze in Bremen und überall! vom 25.3.2018

Ein neues Wagenplatzprojekt…

Wir die Ølhafen- Crew suchen seit Frühjahr 2017 ein für unseren Wagenplatz geeignetes Gelände in Bremen. Nach einer gescheiterten Besetzung und ein bisschen Straßenkante, stehen wir nun zum Teil auf der Brache neben dem Querlenker. Das ist zwar schön, aber keine Dauerlösung!

Zu Zeiten, in denen zwei etablierte, unkommerzielle Bremer Freiräume, das Sielwallhaus und die ERLE 31, bedroht sind, ist es uns umso wichtiger, in Solidarität mit allen linken Freiräumen für unser Projekt und die Etablierung unserer Wohnform zu demonstrieren. Wir wollen nicht, dass autonome Projekte der Gentrifizierung oder dem allgegenwärtigen Leerstand weichen müssen.

Was wir brauchen? „Uns reicht eine Fläche, auf die wir unsere Gefährte abstellen können. Sollten keine stationären Strom- bzw. Wasseranschlüsse vorhanden sein, könnten wir uns autark mit Solarstrom versorgen und haben mobile sanitäre Anlagen. Hinsichtlich der in Bremen bestehenden Wohnungsknappheit und dem gleichzeitigen, teilweise Jahre andauernden Leerstand von Brachflächen scheint das nicht viel verlangt. Allerdings sind wir nicht dazu bereit, auf schlecht erreichbare Flächen am Stadtrand zu ziehen, da dies der Realisierung unseres Vorhabens, den Platz als kulturellen Austauschs-Ort zu nutzen im Wege stehen würde.“

Nun haben wir uns bereits seit längerem mit für uns interessanten, leerstehenden Brachflächen (städtisch und privat) auseinander gesetzt und eine Liste erstellt, die wir am Freitag den 23.03.18 der Stadt vorgelegt haben. Auf dieser Liste sind 16 Flächen aufgelistet, die für uns entweder für eine Zwischennutzung (6-9 Monate) oder als Dauerlösung in Frage kommen.

Wir fordern, dass auf unsere Vorschläge eingegangen wird und uns eine der von uns aufgelisteten Brachflächen bestenfalls als Dauerlösung zur verfügung gestellt wird.

„Unsere Demo war laut, lustig und entschlossen. Mit 10 Lastern von solidarischen Wagenplätzen aus Bremen, Hamburg, Oldenburg und Köln, 300 Menschen und der „Rythm of Resistance“-Samba-Crew sind wir vom Hauptbahnhof bis zur Kunsthalle Bremen gelaufen. Ølhafen WagencrewEs gab Redebeiträge aus den verschiedenen Städten und auch aus Ottersberg, wo die Wagenplatzgruppe „Schön Wedder“ schon seit 4 Jahren für ein passendes Gelände kämpft. Aber auch die beiden Bedrohten selbstorganisierten Zentren Sielwallhaus und ERLE31 sind zu Wort gekommen. Vor der Kunsthalle wurden zwei Konzerte und eine KüfA veranstaltet. Wir sind Viele und das war erst der Anfang!“

FÜR MEHR WAGENPLÄTZE IN BREMEN UND ÜBERALL !!!
FÜR KÄMPFE VON UNTEN !!!
SOLIDARISCH UND VERNETZT !!!

Demo für mehr Wagenplätze !!! (25 März 2018)

Demonstration für ein neues Wagenplatzprojekt!
Wir die Ølhafen- Crew suchen seit Frühjahr 2017 ein für unseren
Wagenplatz geeignetes Gelände in Bremen. Nach einer gescheiterten Besetzung und ein bisschen Straßenkante, stehen wir nun zum Teil auf der Brache neben dem Querlenker-Wagenplatz. Das ist zwar schön, aber keine Dauerlösung!

Wagenplatz? Es geht nicht allein um die Wohnform. Auf Grundlage mobiler Lebens- und Arbeitsräume, in LKWs, Bauwägen, Wohnwägen, Anhängern und Wohnmobilen wollen wir einen Freiraum schaffen für unkommerzielle Kunst-, Kultur- & Handwerker*Innen-Projekte, an denen sich jede*r beteiligen kann. Ein Raum, an dem es keinen Platz für Sexismus, Rassismus und Homophobie gibt. Demonstrieren gehen wir für mehr Wagenplätze, aber auch solidarisch mit
aktuell bedrohten Projekten. Es kann nicht angehen, dass zur selben Zeit, nach fast 35 Jahren Nutzung, das Sielwallhaus wegen Lärmbelästigung vor Gericht gezogen wird und der ERLE 31 die weitere Nutzung so kurzfristig verweigert wird, weil Müller & Bremermann zu wenig daran verdient. Lasst uns zusammen gegen die voranschreitende Gentrifizierung in dieser Stadt
angehen.

Um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen, rufen wir euch dazu auf, mit uns für die Etablierung unserer Wohnform auf die Straße zu gehen, um gemeinsam für mehr Wagenplätze zu kämpfen. Am Sonntag, den 25.03.18 um 14:00 Uhr sammeln wir uns am Bahnhofsvorplatz Bremen und starten mit einigen Karren, Fahrrädern und zu Fuß durch die Stadt. Anschließend wird es was Feines auf die Ohren und in den Bauch geben. Achtung !!! ursprüngliches Datum aufgrund von Terminüberschneidung
geändert. (United we stand! Gemeinsam gegen Repression und autoritäre Formierung! 17-03-2018 / 14:00 Uhr Hamburg)
Seid mit uns gemeinsam laut, lustig, bunt und wütend! Bring your
Transpis.FÜR MEHR WAGENPLÄTZE IN BREMEN UND ÜBERALL !!!
FÜR KÄMPFE VON UNTEN !!!
SOLIDARISCH UND VERNETZT !!!

Lieber Öl im Gesicht (09 Dezember 2017)

In der Bundesrepublik existieren circa 150 Wagenplätze, die von Menschen in Wohnwägen, ausgebauten LKW, Bauwägen, Anhängern oder ähnlichem bewohnt werden und immer auch den Anspruch haben einen unkommerziellen öffentlichen Raum für Begegnungen, Austausch und Kunst – kurz gesagt – für Kultur zu schaffen.

Die Gründe dafür, dass Menschen in Wägen leben möchten sind vielfältig und verschieden. Die einen suchen nach einem Leben im Minimalismus oder einer Wohnform, die nicht dem ästhetischen Einheitsbrei entspricht. Andere versuchen ein ökologisch möglichst wertvolles Leben mit Solarstrom zu führen, wieder andere haben schlichtweg keine Lust, sich den Profitinteressen von Vermieter*Innen anzupassen und eingepfercht in zu engen Wohnungen zu leben, während ein Stadtteil nach dem anderen aufgewertet und für die meisten unbezahlbar wird. Wir wünschen uns eine Stadt in der Menschen ihren Wohnort unabhängig von ihrem Einkommen wählen können.

Wir haben unser Konzept und unsere Interesse an einer ungenutzten Brache der Stadtwerke Bremen (SWB) am Hastedter Osterdeich bereits im April 2017 sowohl der Lenkungsgruppe der Zwischenzeitzentrale (ZZZ), sowie dem Hemelinger Beirat vorgestellt. Doch jede/er kennt das Problem mit der Bürokratie, sie schlägt einen tot.

Da ein Teil unserer Gruppe in der Zwischenzeit akut einen Stellplatz brauchte, bewohnte dieser für 21 Tage unter prekären Zuständen ein Grundstück in Bremen Hemelingen. Unsere Versuche einen Zwischennutzungsvertrag mit den Grundstückseigentümern auszuhandeln sind leider gescheitert. Deshalb mussten wir das Gelände verlassen und unsere Gruppe bleibt über Bremen verteilt – vereinzelt am Straßenrand oder in Parzellen, wobei hier ebenfalls eine langfristige Perspektive fehlt.

Wir wollen loslegen und wollen uns weder vom kalten Wetter, noch von der langsamen Bürokratie aufhalten lassen. Bis sich die Sachlage am Hastedter Osterdeich geklärt hat, brauchen wir jetzt ein zentrales Übergangsgelände, das wir sofort nutzen können, um es mit kulturellem Leben zu füllen.

Wir sind fest entschlossen weiter für unsere Lebensform und die Realisierung unseres Projektes zu kämpfen und sind nicht mehr aus den Straßen Bremens wegzudenken. Wir freuen uns über jede Unterstützung und sind erreichbar unter:

Wir freuen uns über support jeglicher Art! – Oelhafen@protonmail.com

Lieber Öl im Gesicht, als Scheiße im Kopf – Für mehr Wagenplätze!