Konzept

Die Wagen Gruppe Oelhafen entstand im Frühjahr 2017 aus einer wachsenden Gruppe von Menschen, mit dem gemeinsamen Wunsch, einen selbstorganisierten Frei- und Lebensraum in Bremen zu schaffen. Dies soll in Form eines Wagenplatzes geschehen, auf dem mobile Lebens- und Arbeitsräume genutzt und geschaffen werden. Dies geschieht in individuell aus- oder umgebauten Lkws, Bauwägen, Wohnwägen, Anhängern und Wohnmobilen. An diesem Ort wollen wir unsere gemeinsame Vorstellungen umsetzen und diese mit unserer Nachbarschaft und den Menschen in Bremen teilen.

Wir verstehen den Ort als ein sozio-kulturelles Zentrum für alle Interessierten und sich Beteiligenden, welches eine Begegnungsstätte für Menschen verschiedener Nationalitäten, unterschiedlichen Geschlechtes, Alters und sozialer Herkunft ist.

Es sollen insbesondere Räume für gemeinsames Arbeiten, kollektives Leben bzw. Wohnen und den Austausch von Ideen, Fähigkeiten und Erfahrungen geboten werden. Das Ziel des Wagenplatzes wird durch die Organisation oder Durchführung kultureller Spektakel in Form von Projekten wie Diskussions-, Musik- oder Filmveranstaltungen, gemeinschaftlichem Kochen, Ausstellungen und Workshops verwirklicht.

Die gesamte Agenda bleibt dabei stets offen und lebt von Ideen und Vorschlägen der sich beteiligenden Menschen. Diese werden dann innerhalb des Oelhafen-Plenums mit den jeweiligen Initiator*innen besprochen und eine Umsetzung geplant.

Grundstruktur

Der Grundpfeiler des Projektes besteht aus der Ölhafen Crew, welche als Initiator*in die Grundstruktur aufbauen wird, um die verschiedenen Ideen Realität werden zu lassen. Wichtig ist uns hierbei die Zusammenarbeit mit Künstler*innen, Handwerker*innen und Menschen aus verschiedenen Kontexten.

Bühne:
Es wird eine Bühne errichtet, welche verschiedenen Zwecken dienen wird.

Nachbarn, Gruppen und Einzelpersonen können sich hier unter der Woche kreativ entfalten. Ob Theater- oder Kabarettvorstellungen, größere und kleinere Konzerte, Filmvorführungen, die Veranstaltungen sind immer unentgeltlich und frei zugängig.

Werkstätten:
Ein großer Bauwagen dient in der ersten Zeit als allgemeine Werkstatt. Auf lange Sicht planen wir diesen um weitere Themen bezogene Werkstätten z.B. (Holz, Metall, Stoff) zu ergänzen. Die Werkstätten können nach kurzer Anmeldung des jeweiligen Projektes dauerhaft genutzt werden. Bei den verschiedenen Bau- und Bastelprojekten können wir Themen bezogenes Wissen vermitteln.

Garten:
Es wird ein Bereich abgesteckt, an dem sich am Gärtnern interessierte Menschen ausprobieren können. Ideen hierbei sind z.B das Anlegen von Hochbeeten sowie das Anpflanzen von Gemüse, Kräutern und Zierpflanzen. Auch hierbei können wir mit Tipps, Werkzeugen bzw. Gartengeräten begleitend zur Seite stehen. Als Beispiel hierbei kann der Begriff des „urban gardening“ aufgeführt werden, der sowohl dafür steht Menschen in städtischen Gebieten wieder an die Natur und der Herstellung von Nahrungsmitteln heranzuführen als auch das Erscheinungsbild der Stadt mit kreativen Ideen zu begrünen.

AußenKüche:
Wir werden einen ausgebauten Küchenwagen zur freien Nutzung bereitstellen. Wünschenswert wäre eine regelmäßige Nutzung im Rahmen einer „KÜFA“ (Küche für alle). Wir bauen einen Lehmofen im Rahmen eines Workshops, mit allen Interessierten.

Organisationsform:
Die Ölhafen-Initiative wird als ordentlicher Vertragspartner für die Anmietung eines geeigneten Grundstücks handeln.

Finanzierung:
Der öffentlicheTeil des Projekts wird primär durch Spenden getragen.
Das gemeinschaftliche Wohnprojekt finanziert sich durch die
Bewohner*innen selbst.

Qualifikationen:
Wir bringen als Kerngruppe des Projektes viele verschiedene Fähigkeiten zusammen und hoffen auch gemeinsam mit Nutzer*innen des Projektes diese teilen und ausbauen zu können. Handwerkliche Fähigkeiten (in z.B.: Metallbau, Holzbearbeitung, KFZ/zweirad-Mechanik und Botanik) sind bei uns genauso Vertreten wie Soziale (z.B.: Arbeit mit Kindern sowie Erwachsenen) und Kulturelle (Musik und Kunst). Des weiteren bestehen Qualifikationen und Erfahrung im Medizinischen Bereich (Hebamme, Pflege und Rettungsmedizin).

Soziale Integration

Eine der wichtigsten Komponenten unseres Projektes ist es, dass Menschen aus der Nachbarschaft, aus dem Stadtteil und von überall her einen Ort haben, an dem sie zusammen kommen können, lernen kreativ miteinander umzugehen und sich selbst zu helfen. Wir hoffen, eine Plattform bieten zu können, die soziale, ökologische, räumliche und wirtschaftliche Gerechtigkeit unterstützt. Wir sehen es als einen politischen Akt, Menschen in einem nichtkommerziellen Raum zusammenzubringen.

Aus diesem Grund versuchen wir allen Personen, Interessengruppen und Kollektiven, die an diesen Themen interessiert und beteiligt sind, einen inklusiven und befähigenden Raum zu bieten.

Neben Bekanntmachungen über das Internet, werden Nachbar*innen in einem gewissen Radius immer wieder durch Handzettel und Flyer über Veranstaltungen informiert und zum Mitmachen eingeladen. Dadurch erhalten wir ein dauerhaftes stadtteilbezogenes Miteinander aufrecht und führen Menschen zusammen, die sich im normalen Alltag vielleicht nicht begegnet wären.

Weitere Komponenten

Flächenaufteilung:
Das Gelände, auf dem unser Projekt realisiert werden soll, sollte genügend Platz bieten, um die unterschiedlichen Nutzungsbereiche nebeneinander zu organisieren und öffentlich, frei-zugänglich Flächen zu haben und gleichzeitig einen anderen Bereich privat zu organisieren.

Wasserversorgung:
Ideal wäre ein lokaler Anschluss für Trinkwasser, sollte dies nicht möglich sein, ist eine Versorgung über externe Quellen mit Tanks und Kanistern möglich.

Sanitäre Anlagen:
Es werden Sanitäre Anlagen installiert, welche bei kleineren Veranstaltungen zusätzlich der Hygiene dienen, bei größeren Veranstaltungen können Miettoiletten in ausreichender Anzahl bereitgestellt werden, wenn ein Anschlusss an das Abwassersystem nicht umsetzbar sein sollte, würden wir auf Kompost Toiletten Systeme und/oder auf eine Hygiene gerechte externe Entsorgung zurückgreifen.

Strom:
Trotz unserer aus ökologischen Gründen installierten Solarstromanlagen, wäre es beispielsweise für Veranstaltungen wünschenswert, einen Anschluss an das reguläre Hausstromnetz nutzen zu können. Ansonsten würden bei größeren Veranstaltungen Stromgeneratoren zum Einsatz kommen.

Müllentsorgung:
Der anfallende Müll wird, wenn nicht re/upcyclebar (Kompost etc.), in Restmüll, Glas, Alu, Papier und Sondermüll getrennt, an einer Müllstation gesammelt und kann wöchentlich an einem der öffentlichen Müllplätze (Recyclinghöfe) entsorgt werden.

Sicherheit:
Feuerlöscher und Erste Hilfe Material, werden an verschiedenen sichtbaren Plätzen, in angemessener Zahl bereitgestellt. Während öffentlicher Veranstaltungen wird das Gelände ausreichend beleuchtet, Rettungs- und Fluchtwege werden jederzeit ersichtlich und frei zugänglich sein. Ausgebildete Ersthelfer_innen und ein Brandschutzexperte sind jederzeit einsatzfähig.

Versicherungen:
Für zukünftige Veranstaltungen wird der Ölhafen als Verein rechtmäßig haften. Die Vereinsanmeldung ist in Arbeit.